Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt Kayna-Süd

Galloways

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    Die schwarzen oder hellbraunen Galloway-Rinder stammen aus Südwest-Schottland - einer Region mit rauem Klima - und gelten als älteste Fleischrasse der Britischen Inseln. Bereits die alten Römer kannten das vorzügliche Fleisch dieser Rinder. Galloways waren die einzigen Lebewesen, die den stark befestigten Hadrianswall, der die römische Provinz Britannia vor den wilden Stämmen aus Schottland schützte, von Norden her passieren durften.

    Galloways sind eine kleine, hornlose Rinderrasse mit einer Höhe von 120 - 135 cm. Sie leben ebenfalls im Herdenverband. Durch das "niedliche" Aussehen der Galloways neigen manche Menschen leicht zum sorglosen Kontakt, was manchmal zu aggressivem Verhalten bei den Tieren führen kann.

    Mit ihrem doppelschichtigen Fell, dem langem, gewelltem Deckhaar und dem feinen, dichten Unterhaar, der vergleichsweise dicken Haut sowie mit einem angepassten sparsamen Stoffwechsel können Galloways ohne Probleme auch harte Winter im Freien überstehen. Sie sind deshalb widerstandsfähig und somit gut zur Landschaftspflege geeignet.

    Rinder weiden jedoch nicht so selektiv wie Pferde und sind bei der Schaffung von Weiderasen weniger effektiv. Aus diesem Grunde sind auch vergleichsweise weniger Rinder als Pferde in das Beweidungsmanagement mit einbezogen. Rinder suchen auffällige Blüten nicht gezielt auf, so dass u.a. wertvolle Orchideenbestände geschont werden.
    Im Vergleich zu Pferden haben Rinder allerdings einen größeren Einfluss auf Gebüsche. Sie können durch Verbiss den Aufwuchs als auch die Verbreitung von Gehölzen verhindern. Als weiterer Pluspunkt ist ein schonender Verbiss, der zu einer großen Artenvielfalt führt. Galloways verbeißen aber auch "Problempflanzen" wie Binsen, Disteln, und sogar Brennnesseln. Mit ihren breiten Klauen schonen sie jedoch die Vegetation, selbst im sumpfigen Gelände zerstören sie die Grasnarbe kaum. Für die Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd ist daher die Kombination von Pferden und Rindern eine optimale Lösung im Rahmen des Beweidungsmanagements.

    Im vorliegenden Fall erfolgte der Erstbesatz im November 2008 mit 19 Galloways.

    Neben Pferden und Rindern sind jedoch noch zahlreiche Haus- und Wildtierarten wie Ziegen, Schafe und Schweine sowie auch verschiedene Hirscharten für ein Offenhalten von Landschaften geeignet. Ziegen bevorzugen dabei am meisten Gehölze an Nahrung. Ziegenherden sind deshalb am besten geeignet, in kurzer Zeit Flächen zu entbuschen. So ist in tropischen und subtropischen Ländern vielfach eine Überbeweidung mit Ziegen die Ursache der fortschreitenden Steppen- und Wüstenbildung. Ziegen sind jedoch im Gegensatz zu Pferden und Rindern "Ausbruchskünstler". Sie finden schadhafte Stellen im Zaun schnell heraus, sie springen und klettern gut, so dass der Aufwand für die Zäunung solch großer Flächen wie in Kayna-Süd unverhältnismäßig hoch wäre. Auch aus diesen Gründen wird auf den optimalen Mix aus Pferden und Rinden im Rahmen des Beweidungsmanagements zurückgegriffen. Durch das angeschlossene Monitoring kann dabei schnell auf Veränderungen reagiert werden.

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