Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt Kayna-Süd

Koniks

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    "Konik" ist das polnische Wort für "Pferdchen". Die kleine Pferderasse mit einer Widerristhöhe von etwa 130 bis 140 cm ist verwandt oder identisch (darüber herrscht noch ein Streit) mit dem osteuropäischen Wildpferd, dem Tarpan.
    Die letzten wilden Tarpane wurden bereits im Jahre 1780 bei Bialowieza im heutigen Polen gefangen und mit Hauspferden vermischt. Nach einer wechselvollen Geschichte erfolgte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts die Weiterzucht von Koniks und inzwischen ist die Rasse neben ihrem Einsatz als Landschaftspfleger auch ein beliebtes Freizeitpferd.

    Pferde sind sehr stark auf Gräser als Futterpflanzen spezialisiert. Dabei verzehren sie auch Arten, die bei anderen Pflanzfressern unbeliebt sind, wie Schilf, Pfeifengras und das in der Tagebaufolgelandschaft Kayna-Süd dominierende Landreitgras. Selbst trockenes Gras wird im Vergleich zu Rindern besser verwertet, auch außerhalb der Vegetationszeit. Pferde benötigen zusätzlich kleinere Mengen hochwertige, u.a. proteinreiche Nahrung, wie Wurzeln, Rinde und Zweige, d.h. durch das Schälen und den Verbiss von Gehölzen - auch bereits größerer Bäume - sterben diese ab. Pferde halten somit die Landschaft offen.
    Da Pferde entwicklungsgeschichtlich älter sind als die wiederkäuenden Rinder, ist ihr Verdauungssystem weniger effizient. Daher müssen Pferde pro Kilogramm Körpergewicht mehr Nahrung aufnehmen als Wiederkäuer. Pferde fressen deshalb auch nachts, Rinder nur am Tage. Da Pferde ebenfalls im Oberkiefer Scheidezähne besitzen, können sie die vorhandene Vegetation tiefer abbeißen als Rinder. Pferde können im Winter mit ihren Hufen den Schnee beiseite scharren, um an Futter zu gelangen. Ein solches Verhalten ist bei Rindern nicht zu beobachten. Insgesamt kommen Pferde somit sehr gut auch mit ungünstigem Futterangebot zurecht. Im Extremfall können Rinder verhungern, während Pferde auf denselben Flächen noch gut ernährt sind. Allerdings können Pferde durch zu energiereiches, faserarmes Futter erkranken, während Rinder durch ihr effizienteres Verdauungssystem solches Futter gut verkraften.

    Hengste und Stuten bleiben das ganze Jahr über zusammen, wobei ein dominanter Hengst mit mehreren Stuten eine Gruppe bildet. Ein derartiges Verhalten zeigen Rinder meist nicht. Überzählige Hengste leben in Junggesellengruppen zusammen.

    Der Erstbesatz im EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd" erfolgte im November 2008 mit insgesamt 39 Koniks, davon 11 Fohlen.