Das EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd

Schutz und Erhaltungsziele des EU-Vogelschutzgebietes "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd"

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  • Schutz- und Erhaltungsziele des EU-Vogelschutzgebietes "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd"

    Durch das Landesamt für Umweltschutz des Landes Sachsen-Anhalt wurden für das EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd" auf der Grundlage der konkreten vor-Ort-Bedingungen spezielle Schutz- und Erhaltungsziele abgeleitet. Diese beinhalten den Schutz und den Erhalt der Habitat- und Strukturfunktionen der Lebensräume der im Gebiet nach Anhang I und nach Artikel 4 (2) der EU-Vogelschutzrichtlinie (VSchRL) vorkommenden Vogelarten. Das betrifft vor allem:

    ...   charakteristische Vogelarten der halboffenen Kulturlandschaft, insbesondere von Sperbergrasmücke, Heidelerche und Neuntöter (Arten nach Anhang I VSchRL) sowie von Raubwürger und Wendehals (Arten nach Art. 4 Abs. 2 VSchRL) unter Erhaltung und Entwicklung von Offenlandflächen mit stellenweise vegetationsarmen Bereichen im Komplex mit dominierenden Dornstrauchgebüschen, Kleingehölzen und strukturreichen Vorwäldern
     
    ...   charakteristische Vogelarten von Rieden und Röhrichtbeständen, insbesondere von Rohrweihe, Große Rohrdommel und (Arten nach Anh. I VSchRL) sowie der Zugvogelart Drosselrohrsänger (Art nach Art. 4 Abs. 2 VSchRL)
     
    ...   die Bestände von Rotmilan und Schwarzmilan einschließlich der Erhaltung und Entwicklung abgeschirmter Altholzbestände als Bruthabitat und des störungsarmen Offenlandes als Nahrungshabitat für Brachpieper unter Erhaltung und Pflege von großflächig trockenen Offenlandbereichen mit lichter, niedriger Vegetation sowie großflächig vegetationslosen Bereichen
     
    ...   die Funktion des Gebietes als Zugrastgebiet für Zwergsäger, Sumpfohreule, Fischadler, Kornweihe und Bruchwasserläufer (Arten nach Anhang I VSchRL) und für Arten nach Art. 4 Abs. 2 VSchRL, insbesondere Pfeifente, Schellente und Bekassine.

    Das EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd" wird als überdurchschnittlich vielgestaltiger Landschaftsausschnitt mit den Voraussetzungen charakterisiert, dass sich hier von menschlichen Aktivitäten weitgehend unbeeinflusst (lediglich unter der Einwirkung eines Beweidungsmanagements durch pflanzenfressende Großsäuger als Maßnahme zur Offenlanderhaltung der Landschaft) die Lebensraumfunktionen für Vogelarten nach VSchRL langfristig zu erhalten sind.

    Als Voraussetzung zur spontanen Entstehung, Entwicklung und Erhaltung von naturschutzfachlich wertgebenden Sekundärlebensräumen sowie für das Vorkommen entsprechender Arten und Artengemeinschaften werden dabei genannt:

    ...   das strukturreiche standörtliche Mosaik auf überwiegend nährstoffarmen Substraten als weitgehend unbeeinflusste aquatische und Offenland-Lebensräume sowie als Rückzugshabitate für die in der sonstigen Kulturlandschaft infolge vielfältiger, menschlicher Einflussfaktoren gefährdeten Tier- und Pflanzenarten
     
    ...   die Erhaltung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes durch schutzverträgliche Nutzungsregelungen und gezielte Pflegemaßnahmen für die o.g. Arten sowie weitere wertgebende Arten wie Zwergtaucher, Reiherente, Tafelente, Bienenfresser, Sumpfrohrsänger, Teichrohrsänger u.a.


    Für alle der genannten Vogelarten sind weitgehend störungsfreie Flächen nicht nur während der Brut- und Aufzuchtzeiten der Jungen, sondern gleichfalls auch während der Mauser-, Zug- und Überwinterungszeiten von besonderer Bedeutung.

    Wegen ihrer stark mobilen Lebensweise benötigen Vögel einen sehr hohen Energiebedarf, der im Winter bei Kälte und Minusgraden besonders hoch ist. Ein häufiges Auffliegen infolge Störungen durch den Menschen kann daher zu einem lebensgefährlichen Energiedefizit für die Tiere führen. Darüber hinaus führen häufige Störungen auch zu einer Vergrämung von Vogelarten und somit zur Wertminderung des Gebietes. Wie Forschungen belegen, werden brütende oder rastende Vogelarten selbst durch Angler gestört, die sich ruhig an Gewässerufern aufhalten.
    Aus diesem Grunde ist es nicht gestattet, das EU-Vogelschutzgebiet innerhalb seiner Grenzen (siehe Lageplan) ganzjährig zu betreten oder zu befahren. Das gilt auch für den Bootsverkehr sowie für sonstige Wassersportaktivitäten.

    Die Rohrweihe (Circus aeroginosus) bevorzugt den dichten Schilfgürtel des Tagebaurestsees als Brutplatz.