Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

Gezielte Steuerung der Entwicklung

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    Bergbaulandschaften und ihre zwischenzeitlich entstandenen Strukturen besitzen für den Naturschutz gerade wegen den dort vorhandenen speziellen standörtlichen Bedingungen - das sind vor allem die oben genannten nährstoffarmen Böden sowie die daraus resultierenden vegetationsarmen bzw. vegetationsfreien Flächen mit hoher Sonneneinstrahlung - eine besondere Bedeutung, da Flächen mit einer derartigen Ausprägung in unserer ansonsten intensiv genutzten Landschaft nur noch extrem selten vorzufinden sind. Infolge fortschreitender Sukzession machen jedoch derartige Sonderstandorte den aufkommenden Gehölzen Platz, so dass auch die an solche Sonderstandorte angepassten Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren.
    Früher wurden solche wärmegetönten Standorte in der Kulturlandschaft auf nicht ackerfähigen Magerböden oder an Hängen durch Beweidung oder Mahdnutzung offen gehalten. Viele dieser Sonderstandorte existierten verstreut in der Landschaft und schufen so ein vielfältiges Biotopmosaik. Infolge Nutzungsauflassung verbuschen solche Flächen allerdings relativ schnell. Ein Offenhalten derartiger Flächen durch Landschaftspflege ist im Regelfall sehr aufwändig und kostenintensiv. Aus diesem Grunde bietet ein gezieltes Beweidungsmanagement auf den relativ großen, unzerschnittenen Flächen der Bergbaufolgelandschaft eine kostengünstige Variante zum Offenhalten naturschutzfachlich wertvoller Landschaftselemente.

    Der braunrote Sitter (Epipactis atrorubens ist eine unauffällige Orchideenart in der Bergbaufolgelandschaft