Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

Veränderungen in der Bergbaufolgelandschaft

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  • Veränderungen in der Bergbaufolgelandschaft

    Bergbaufolgelandschaften sind jedoch keine statischen Landschaftselemente. Vielfach wurden im Rahmen der Rekultivierung diese Flächen verfüllt und der ursprüngliche Bodenhorizont mit Mutterbodenauflage wieder einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt, mit Bäumen und Sträuchern aufgeforstet oder mit Ansaatgrünland zur Minderung der Wind- und Wassererosion begrünt.
    Im Tagebaurestloch Kayna Süd wurden vor allem im westlichen Teil auf insgesamt 240 ha Fläche Aufforstungs- und Begrünungsmaßnahmen mit standortgerechten einheimischen Gehölzen durchgeführt.
    Doch auch die ursprünglich zurückgelassenen, weitestgehend vegetationsfreien Flächen der Halden, Kippen und Böschungen entwickeln sich auch ohne das Zutun des Menschen weiter. Ausgehend von den klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa erfolgt auf brachliegenden Flächen zuerst eine Selbstbegrünung mit nachfolgendem Gehölzanflug, der dann über Vorwaldstadien langsam zum Wald emporwächst. Die Wissenschaft nennt diesen zeitlichen Vorgang natürliche Sukzession. Das Endstadium bildet in unserem Territorium dann ein Eichen-Hainbuchen-Wald, der relativ stabil und dauerhaft ist und als Klimax bezeichnet wird.
    ehemalige Innenkippe als spezifische Lebensräume für wärmeliebende Arten Auch im Bereich der Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd ist diese natürliche Sukzession auf den im Rahmen der Sanierung weitestgehend unberührten Flächen sehr gut zu beobachten. Neben vegetationsfreien Flächen mit sehr geringem Nährstoffangebot, die vor allem aus sandigen Kippenböden (z.T. noch mit Braunkohlenresten vermischt) bestehen, sind großflächig Bereiche vorhanden, die mit schütterer Vegetation, vornehmlich aus Landreitgras, bewachsen sind. Darüber hinaus sind weite Teile des Tagebaurestloches bereits mit Gehölzen bewachsen. Es dominieren hierbei Pioniergehölze wie Birke und Zitterpappel, die mit den nährstoffarmen Böden am besten zurechtkommen. Allerdings liegt hierin auch das Problem des Naturschutzes. Darüber hinaus wurde die vor allem im Mittelmeerraum vorkommende Öweide eingeschleppt, die sich inzwischen rasant verbreitet.