Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

Erfolge im Naturschutz

Navigation

  • Erfolge im Naturschutz

    Laut Information des Bundesamtes für Naturschutz hat die europäische Vogelschutzrichtlinie und ihre Umsetzung in Deutschland zu einer Bestandserholung bei vielen ehemals gefährdeten Vogelarten beigetragen, z.B. Kranich, Schwarzstorch, Kormoran, Seeadler und Wanderfalke. Trotzdem stehen 43% der Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Deutschlands. Zudem nehmen die Individuenzahlen selbst von ehemals häufigen Brutvögeln wie Haussperling und Feldsperling, Rauchschwalbe und Mehlschwalbe von Jahr zu Jahr ab.
    Besonders gefährdet sind derzeit Bodenbrüter auf Landwirtschaftsflächen, z.B. Feldlerche, Großer Brachvogel und Kiebitz. Ihre Umweltansprüche stimmen nicht mit der heute praktizierten, intensiven Flächennutzung überein. So fehlt vielen Arten wegen des Einsatzes von Insektenvernichtungsmitteln die Nahrungsgrundlage. Andere Arten verlieren alljährlich ihren Nachwuchs, weil Felder geerntet und Wiesen gemäht werden, bevor die Jungen flügge sind. Es ist daher eine Herausforderung, die Landwirtschaft stärker auch auf den Schutz dieser Arten auszurichten und rücksichtsvolle Nutzungsformen finanziell angemessen zu unterstützen.
    Auch zahlreiche Vogelarten, die offene, reich strukturierte Landschaften als Lebensraum bevorzugen, sind in hohem Maße durch vielfältige Landschaftsveränderungen im Bestand stark rückläufig und gefährdet. Landschaftsveränderungen - das sind vor allem der Flächenverbrauch infolge Erweiterung von Siedlungsflächen, durch die Errichtung von Gewerbe- und Sondergebieten "auf der grünen Wiese" oder die zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und andere Verkehrstrassen. Jeden Tag wird in der Bundesrepublik Deutschland eine Fläche von ca. 104 ha versiegelt und bebaut, das ist pro Stunde die Fläche von ca. 5,5 Fußballfeldern! Auch kann man davon ausgehen, dass jährlich mehrere Millionen Vögel durch Kollisionen mit Autos zu Tode kommen.
    Neben dem Landschaftsverbrauch spielt ebenfalls die veränderte Landnutzung sowie die Änderung der Wirtschaftsformen eine besondere Rolle. Zahlreiche Freizeitaktivitäten finden heute in der Natur statt, so dass notwendige störungsfreie Rückzugs- und Ruheräume für die einheimische Tierwelt immer mehr eingeschränkt werden.
    Ehemals extensives Wirtschaften wird durch immer intensivere Bewirtschaftung der Flächen abgelöst. Dadurch verschwinden kleinräumige Landschaftselemente wie Streuobstbestände oder Mähwiesen und Weiden. Ehemals beweidete oder gemähte Flächen bewachsen infolge Nutzungsauflassung zunehmend mit Gehölzen, so dass an offene, stärker besonnte Landschaftselemente angewiesenen Tier- und Pflanzenarten immer mehr Bestandsverluste hinnehmen müssen. Bergbaufolgelandschaften bieten hier wertvolle Ersatzlebensräume für zahlreiche Vogel- und andere Tierarten, die an anderen Orten keine zusagenden Lebensbedingungen mehr finden. Sie sind daher wertvolle Refugien in unserer immer mehr in Anspruch genommenen Landschaft.

    Brutröhren der Uferschwalbe (Riparia riparia) in den Abbruchkanten zum Tagebausee