Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

EU-Vogelschutzrichtlinie

Navigation

  • EU-Vogelschutzrichtlinie

    Die Europäische Gemeinschaft hat mit EU-Vogelschutzrichtlinie genannt den Schutz aller wildlebenden Vogelarten und ihrer Lebensräume in der Europäischen Union beschlossen. Sie bildet somit die Rechtsgrundlage für den EU-weiten Schutz aller einheimischen, wildlebenden Vogelarten. Mit dieser Richtlinie haben sich die Mitgliedstaaten der EU zur Einschränkung und Kontrolle der Jagd sowie zur Ausweisung spezieller Vogelschutzgebiete zur Erhaltung, Wiederherstellung bzw. Neuschaffung der Lebensräume wildlebender Vogelarten verpflichtet.

    Anstoß für die EU-Vogelschutzrichtlinie gab in den 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts vor allem die Jagd auf Singvögel. Damals wurden in Ländern wie Belgien, Frankreich oder Italien Millionen Zugvögel mit Netzen, Leimruten, Fallen gefangen oder abgeschossen. Seit der Verabschiedung der Richtlinie ist die Verwendung von Vogelfallen jeder Art in der EU verboten und es gibt in Ausnahmefällen klare Vorgaben für den Fang oder die Jagd auf Vögel.
    Alle europäischen Vogelarten, die nicht den nationalen Jagdgesetzen unterliegen, stehen in den Ländern der Europäischen Union unter Schutz.
    Die Vogelschutzrichtlinie untersagt grundsätzlich die Jagd während der Brut- und Aufzuchtzeiten, die Jagd während des Rückzuges zu den Brutgebieten, das Zerstören bzw. Beschädigen von Nestern, das Sammeln und den Besitz von Eiern sowie absichtliche erhebliche Störungen, vor allem während der Brutzeit.

    Die EU-Vogelschutzrichtlinie legt fest, dass für insgesamt 181 besonders seltene oder gefährdete Vogelarten, die im Anhang I der Vogelschutzrichtlinie aufgelistet sind, die Mitgliedstaaten der EU geeignete Vogelschutzgebiete auszuweisen und zu erhalten haben. International werden diese Gebiete auch als Special Protection Area (SPA) bezeichnet.

    In Deutschland kommen 67 der im Anhang I der EU-Vogelschutzrichtlinie genannten Vogelarten regelmäßig als Brut- oder Gastvögel und weitere sechs Vogelarten unregelmäßig vor.

    In der Vogelschutzrichtlinie wird neben dem Schutz der Brutgebiete auch dem Schutz von Zugvögeln besonders Rechnung getragen, indem auch für deren Brut-, Mauser- und Überwinterungsplätze besondere Schutzgebiete gefordert werden, da diese im Verlaufe eines Jahres als Lebensraum für die betreffenden Arten ebenfalls von existenzieller Bedeutung sind. Diese Bedeutung findet auch Niederschlag im neuen Bundesnaturschutzgesetz, wo neben dem Verletzungs- und Tötungsverbot für alle einheimischen Vogelarten (mit Ausnahme der jagdbaren Arten) auch deren erhebliche Störung während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- oder Wanderzeiten nicht gestattet ist.

    In Deutschland gibt es insgesamt 658 Vogelschutzgebiete, die zusammen eine Fläche von über 3,3 Mio. ha einnehmen. Das entspricht 9,4% der Landfläche Deutschlands. In Sachsen-Anhalt wurden bisher 32 Vogelschutzgebiete mit einer Fläche von insgesamt 170.612 ha (Stand 2007) ausgewiesen. Das sind ca. 8,4 % der Landesfläche.

    Der Eisvogel ist ein relativ seltener Nahrungsgast am Tagebausee