Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt Kayna-Süd

Monitoring des Beweidungsmanagements

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    Besenderung

    Ein besonderes Feld des Monitorings ist die Besenderung von Weidetieren. In Kayna-Süd wurde je ein Rind und ein Pferd mit einem Sender ausgestattet.

    Die Besenderung von Wildtieren gehört schon seit langem zur biologischen Feld- und Verhaltensforschung. In besonderem Maße kann man dadurch umfassende Kenntnisse und Erkenntnisse über das Zug- und Wanderverhalten zahlreicher Tierarten erhalten, die oft Grundlage für die Ausweisung oder Ausweitung von Schutzgebieten oder andere spezielle Schutzmaßnahmen waren und noch sind und somit direkt dem Natur- und Artenschutz dienen.
    Neben der Satelliten-Telemetrie speziell zur Überwachung größerer Gebiete, die z.T. Länder- und Kontinentgrenzen überspannen, erfolgt im vorliegenden Fall eine auf die Weideflächen räumlich begrenzte Überwachung.
    Die Erfassung des Raumnutzungsverhaltens erfolgt mit Hilfe eines GPS-Halsbandes. Diese Halsbandserie wurde entwickelt, um Forschern die Möglichkeit zu eröffnen, an einer Vielzahl von Spezies Studien über Wanderungsbewegungen durchzuführen. GPS Plus Halsbänder speichern die Daten wie GPS-Position, Temperatur, Aktivitätsprofile und ggf. noch andere benutzerspezifische Daten der besenderten Tiere. Ein eingebauter Aktivitätssensor misst kontinuierlich die Bewegung der Tiere.
    Eine spezielle Betriebssoftware ermöglicht als Schnittstelle zwischen dem Benutzer und dem Halsband neben dem Datenaustausch in beide Richtungen auch noch eine grafische Darstellung der Messwerte und den Export der Messdaten in andere Formate oder Medien. Der Messzeitraum beträgt bis zu drei Jahre.

    In Kayna-Süd werden GPS-Position und Aktivität der besenderten Tiere über eine flexible Funkverbindung (sog. "Handheld Terminal") kontinuierlich erfasst und aufgezeichnet. Damit können die Halsbänder sowohl neu konfiguriert als auch die gespeicherten Positionen abgefragt werden. Die Daten werden per Funk ausgelesen und an regelmäßigen Beobachtungstagen geeicht, indem sowohl das Sendertier als auch die Herde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang beobachtet werden.

    Von Vorteil ist, dass die Tiere nach der einmaligen Anbringung des Halsbandes nicht mehr gestört werden müssen.
    Mit Hilfe der Besenderung werden u.a. Daten bezüglich des Fressverhaltens, der Herdenstruktur, des Sozialverhaltens und der Bewegungsrhythmus mit den Aktivitäts- und Ruhephasen erfasst. Es kann somit festgestellt werden, wo und wann die Tiere fressen, ruhen, schlafen oder welche Biotope sie lediglich durchqueren. Somit lassen sich auch Rückschlüsse auf das Verhalten der gesamten Weidetiere ziehen.

    Die GPS-Halsbänder werden weltweit für wissenschaftliche Untersuchungen eingesetzt, z.B. bei Löwen in Tansania, Braunbär und Wolf in Kroatien, Hyänen in Botswana und Südafrika, Bergziegen in den USA, Elefanten in Sri Lanka u.a.

    Koniks