Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

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  • Abschluss Projektphase I 2009 bis 2011

    Auf Initiative des Burgenlandkreises wurde im Jahre 2009 ein Förderprojekt zur extensiven Ganzjahres-beweidung mit robusten Weidetierrassen für das EU-Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna-Süd" ins Leben gerufen.

    Zielstellung des Projektes war die Vermeidung und Zurückdrängung von Sukzessionsstadien auf den für den Artenschutz wertvollen Offenlandstandorten in Übereinstimmung mit dem Verschlechterungsverbot für das Natura 2000-Gebiet gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie.

    Die Laufzeit des Förderprojektes war auf insgesamt 2 Jahre ausgelegt und wurde am Ende des Jahres 2011 abgeschlossen

    Was sind die aktuellen Ergebnisse des Projektes?

    Im Rahmen des Projektes erfolgte im Gebiet eine ganzjährige extensive Beweidung mit Konik-Pferden und Galloway-Rindern sowie anfangs noch mit 5 Wasserbüffeln (die wieder aus dem Gebiet entfernt wurden, da sich diese speziell zur Beweidung der vorhandenen Feuchtflächen als wenig geeignet erwie-sen).

    Zum Zeitpunkt des Projektabschlusses (September 2011) waren 61 Konik-Wildpferde (davon 13 Foh-len) im Projektgebiet vorhanden, davon verbleiben 29 Konik-Wildpferde und deren 13 Fohlen weiter im EU-Vogelschutzgebiet. Die Galloway - Herde mit 13 Rindern und 4 Kälbern wird zum Winter auf Erwei-terungsflächen umgesetzt.

    Im Rahmen des Projektes wurde das vor Ort-Verhalten der Weidetiere untersucht, u.a. mit Hilfe einer Besenderung durch GPS-Halbänder bei ausgewählten Tieren. Dabei wurde festgestellt, dass die Weide-tiere in Abhängigkeit von der Jahreszeit ein unterschiedliches Raumnutzungsverhalten zeigten. Dies führte zu partiellen Über- und Unternutzungen von Flächen des Untersuchungsgebietes. Vor allem im Winter wurden Gehölze verstärkt mit verbissen, was u.a. zur Offenhaltung von Flächen mit beitrug.

    Insgesamt wird die Umsetzung des Projektes als positiv hinsichtlich der o.g. Zielstellungen bewertet und eine Weiterführung des Beweidungsmanagements unter Einbeziehung der im Rahmen des Projektes gewonnenen Detailkenntnisse empfohlen. Beobachtungen des Weideverhaltens der Herden zu unterschiedlichen Zeitpunkten erlauben detaillierte Aussagen zur Frequentierung der einzelnen Biotope. Im Ergebnis der durchgeführten Vor-Ort-Erfassung zum Weideverhalten der Konik- und Galloway-Herde wurde festgestellt, dass auf wertvollen Offenlandflächen durch Verbiss und Weidenutzung Sukzessi-onsstadien im Gebiet zurückgedrängt werden können, jedoch werden ausgehend von der Größe des Gebietes höhere Besatzstärken empfohlen.

    Begleitend zum Beweidungsprojekt erfolgten im Vogelschutzgebiet "Bergbaufolgelandschaft Kayna Süd" wissenschaftlichen Untersuchungen zu Biotopen und Arten, um die Ergebnisse des durchgeführten Be-weidungsmanagements entsprechend beurteilen zu können. Die flächendeckende Erhebung der Biotope im Untersuchungsgebiet zeigte insgesamt ein eng verzahntes und z. T. sehr kleingliedriges Mosaik aus unterschiedlichen Biotoptypen wie Magerrasen, Ruderalfluren und weiterer ruderaler Grünländer, aus Rohbodenstandorten, Sukzessionsstadien der Gehölzentwick-lung, Wäldern und Röhrichten.

    Im Rahmen der Arterfassung und des Monitorings zu solchen Artengruppen, die u.a. durch eine Bewei-dung beeinflusst werden, konnten im Gebiet des Natura 2000-Gebietes insgesamt festgestellt werden:

    - Avifauna: 92 Arten, davon 36 Arten der Roten Listen des Landes Sachsen-Anhalt sowie 9 Arten nach Anhang I EU-Vogelschutzrichtlinie
    - Herpetofauna: 6 Arten Lurche sowie 1 Art Kriechtiere, davon insgesamt 4 Arten der Roten Listen des Landes Sachsen-Anhalt und 2 Arten nach Anhang IV FFH-Richtlinie
    - Libellen: 17 Arten, davon 6 Arten der Roten Listen des Landes Sachsen-Anhalt
    - Heuschrecken: 14 Arten, davon 1 Art der Roten Listen des Landes Sachsen-Anhalt.
    - Dungkäfer 24 Arten, davon 3 Arten der Roten Listen des Landes Sachsen-Anhalt.

    Die Ergebnisse der Arterfassungen, insbesondere hinsichtlich der Avifauna, unterstreichen die hohe Bedeutung des Gebietes als EU-Vogelschutzgebiet und darüber hinaus auch die Bedeutung wertvoller Offenlandbiotope für seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten. Die festgestellte Artenvielfalt bes-tätigt somit die Richtigkeit der Ausweisung der Flächen als EU-Vogelschutzgebiet sowie als Natur-schutzgebiet.

    In Ergänzung zum Beweidungsprojekt wurde jeweils an der Ost- und Westseite des EU-Vogelschutzgebietes ein Beobachtungsturm mit einem sehr guten Ausblick auf das Gebiet errichtet. Hier kann man sich auch weitere Informationen zum Vogelschutz- und Naturschutzgebiet mit den vorkom-menden Tierarten und Lebensräumen einholen.

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