Naturschutz- und Landschaftspflegeprojekt "Kayna-Süd"

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  • Telemetrie

    Die Erfassung des Raumnutzungsverhaltens erfolgt mit Hilfe von GPS-Halsbändern. Eine Konik-Stute und Galloway-Kuh wurden dazu am 17.11.2010 mit einem Sendehalsband versehen. Die Halsbänder ermöglichen es, die Tiere per Funkpeilung zu orten und Aktivitätsmuster per GPS-Position aufzuzeichnen. GPS-Position und Aktivität der besenderten Tiere werden dabei kontinuierlich erfasst. Alle 10 Minuten erfolgt die Aufzeichnung der Positionsdaten und alle 2 Minuten werden die Win-kelveränderungen des Halsbandes erfasst. Aus diesen Daten können Rückschlüsse gezogen werden, wo sich die Tiere zu welchem Zeitpunkt aufgehalten haben und was sie an den einzelnen Positionen gemacht haben (u.a. Fressen, Ruhen, Laufen). In Kombination mit den kartierten Weideresten lassen sich entscheidende Rückschlüsse auf das Habitatnutzungsverhalten ziehen. Es kann somit ermittelt werden, welchen Einfluss die Tiere auf die Strukturierung der einzelnen Biotope nehmen. Die Tele-metriedaten liefern damit wichtige Entscheidungshilfen zur Steuerung des Beweidungsmanagements. Zur Eichung der Senderdaten werden in regelmäßigen Abständen Vor-Ort-Erfassungen des Weidever-haltens vorgenommen, damit die aufgezeichneten Winkelveränderungen des Halsbandes mit den Vor-Ort beobachteten Aktivitäten korreliert werden können.

    Zusammenfassend lässt sich aus den Ergebnissen der Vor-Ort-Erfassung des Weideverhaltens und der Telemetrie feststellen, dass flächenhafte "Problembiotope" wie die Dominanzbestände von Landreitgras (Calamagrostis epigejos) sogar mit einer gewissen Präferenz, d.h. hohem prozentualen Nutzungsanteil, aufgenommen werden. Die Landreitgrasbestände sind allerdings im Untersuchungsgebiet so großflächig vorhanden, dass nicht alle Flächen mit dem notwendigen Fraßdruck erreicht werden.

    Im Ergebnis des Beweidungsprojektes wurde insgesamt eine Zunahme von weidebedingten Kleinstruk-turen festgestellt, die erheblich zu einer mosaikartigen Strukturvielfalt der Landschaft beitragen. Die Präferenz bestimmter Biotope und der Nutzungsdichtefaktor zeigen, dass die beweidbare Fläche des SPA-Gebietes einen höheren Tierbesatz erlaubt. So könnte die Besatzdichte ganzjährig auf über 0,4 GVE gesteigert werden. Es kann somit davon ausgegangen werden, dass bei der derzeit zur Verfügung stehenden Fläche ca. 40 Koniks und 25 Rinder eine ganzjährige extensive Beweidung vornehmen kön-nen. Wichtigste Voraussetzung ist jedoch eine Durchlässigkeit der Ölweidenbestände für die Weidetiere (durch biotopsanierende Begleitmaßnahmen) und ein stabiles und ohne Störungen geführtes Herden-management.

    Nutzunghäufigkeit Galloway-Herde


    Nutzunghäufigkeit Koniks-Herde


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